Grundschule Drebber
 

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Selbstbehauptungskurs

Für die Grundschule Drebber ist das Thema Gewalt erkennen und vermeiden wichtig. Damaris Freischlad, sie ist geschulte Fachkraft vom Institut für Gewaltprävention, war für zwei Tage zu Gast, um interessierten Schülern und Eltern in einem Selbstbehauptungskurs Erfahrungen zu vermitteln wie Gewalt entsteht, wie man Opfer und auch Täter wird und ebenso wichtig: wie man Strategien entwickeln kann, Gewalt und Übergriffen stand zu halten oder sie gar nicht erst entstehen zu lassen.
Ein Unkostenbeitrag seitens der Eltern und die finanzielle Unterstützung durch den Schulförderverein machten diese Aktion möglich.
Die Turnhalle wurde am letzten Wochenende Übungsplatz für Schüler der zweiten bis vierten Klassen. Mit nur zwei Mädchen waren die Jungen in diesem Kurs eindeutig stärker vertreten. Bei den Eltern kehrte sich dieses Bild um. Hier war am ersten Tag leider nur ein Vater zu Gast und am zweiten Tag waren nur noch Mütter anwesend. Dem Lernen schadete das jedoch nicht.
Das erfolgreich erprobte Mittel für erfolgreiches Lernen ist das Spiel. Erfahrungen, bei denen vor allem die Jungen ihren Spaß hatten, wo Schnelligkeit sowie Lautstärke gefragt waren und bei denen sie es richtig krachen lassen konnten, wechselten sich ab mit Spielen, bei denen von jedem Einzelnen hohe Konzentration und Ruhe gefragt waren.
Einen Turm aus neun Holzklötzen bauen mit einem Hebewerkzeug, was an vielen Seilen befestigt war und jeder Spieler ein Seil halten und dirigieren musste, war die größte Herausforderung. Dazu kam noch: Eltern hatten hier Redeverbot. Schüttelt auch nur ein Mitspieler aus Misslaune das Seil oder ist zu schnell und unvorsichtig, schadet das dem Erfolg der ganzen Gruppe. Das Redeverbot der Eltern übertrug sich schnell auf die Kinder und man spürte förmlich die Konzentration. „Ja! Hurra!“ Schallte es durch die Turnhalle und alle freuten sich über den Erfolg lautstark, als der Turm stand.
„Stress macht dumm!“, so eine Aussage der Trainerin. „Nur erlernte und oft angewendete Verhaltensweisen funktionieren, wenn der Körper in Stress gerät.“ Dass diese Aussage zutraf, erfuhren die Teilnehmer beim Bankspiel. Sie wurden sich dessen aber erst bei der Nachbesprechung bewusst. Die Aufgabe war, dass eine Neuordnung aller Teilnehmer geschaffen werden sollte, jedoch keiner einen Fuß auf den Boden setzen darf. Geschieht das, muss das Spiel komplett von vorn beginnen. Spätestens nach dem zweiten Neustart setzt der Stress ein, die Stimmung wird gereizter, die Lautstärke nimmt zu und die Konzentration lässt nach.
Wichtig war auch, vor allem den jüngeren Teilnehmern bewusst zu machen, wie sie unabsichtlich in eine Opferrolle geraten. Die Körperhaltung, die Duldung von verbalen oder körperlichen Übergriffen, das Schweigen, Ertragen und Leiden - Das sind die Instrumente, mit denen Täter Macht bekommen und behalten. Den Eltern stockte der Atem, wie unbedarft ihre Kinder an Situationen herangehen, die sich nicht von vornherein als gefährlich darstellen.
Das Fazit: „Der Kurs war sinnvoll und hat viel Spaß gemacht. Und es muss weiter geübt werden.“

(Autorin: Janet Strümpler)

 

 

 

 

 

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